Trauerphasen
Was ist Trauer?
Trauer bezeichnet heftige Gefühle von Schmerz, Verlassenheit, Zorn und Einsamkeit - wie die Hinterbliebenen den Verlust eines geliebten Menschen erleben.
Trauer bezeichnet den Prozess, der dem Trauernden ermöglicht, sich in einer Welt neu zu orientieren (die nicht mehr so sein wird wie sie einmal war)
Die psychische Leistung hierzu nennt man laut Freud Trauerarbeit.
Die Trauerphasen können wie in den Sterbephasen individuell sein.
Trauerphasen nach Kübler-Ross
Der Trauerprozess läuft nach einem bestimmten Schema, den Trauerphasen, ab. Bei Kübler-Ross werden diese wie folgt beschrieben.
Phase 1: Nicht -Wahrhabenwollen
In dieser Phase wird das Unabänderliche, der Tod eines Nahestehenden, verleugnet. Betroffene haben das Gefühl zu träumen. Sie wirken wie versteinert oder gefühllos.
Diese Phase kann Stunden, Tage oder Wochen andauern.
Schafft man dem Betroffenen die Möglichkeit, sich vom Verstorbenen zu verabschieden (also die Leiche zu sehen), so verhindert man, dass der Trauernde die Realität verzerrt oder idealisiert im Gedächtnis abspeichert. Hilfreich ist es ferner, wenn der Trauernde seine Gefühle äußert. Das Verbalisieren von Emotionen ist ein wichtiger Schritt für den Beginn der Trauerarbeit.
Phase 2: Aufbrechen chaotischer Emotionen
Durch eine traumatische Situation wird der Mensch mit den verschiedensten Emotionen überflutet. Während diese in der ersten Phase noch unterdrückt oder abgespaltet werden, werden diese nun völlig durcheinander erlebt. Dabei kann es sich z.B. um Schmerz über den Verlust, Zorn oder Wut sowie Schuldgefühle handeln.
Phase 3: Suchen, Sich-finden und Sich-trennen
In der Erinnerung wird das gemeinsame Leben mit dem Verstorbenen noch mal durchlebt. Schließlich erklärt sich der Betroffene mit dem Verlust einverstanden.
Phase 4:Phase des neuen Selbst- und Weltbezugs
Der Betroffen, der sich in der Trauer von anderen zurückgezogen hat, bewegt sich auf andere Menschen zu. Im Gegenzug gibt er dafür den Schmerz um den Verstorbenen in zunehmenden Masse auf.
Im Verlauf dieser letzten Phase können Aspekte der zweiten und dritten Phase vorübergehend wieder durchlaufen werden. Ein Grund dafür wäre, wenn sich die Erinnerung an den Verstorbenen wieder belebt.
