Schmerztherapie

Wenn der Schmerz unerträglich ist

Auf Grund der vielen Erkrankungen bei denen eine Schmerztherapie möglich ist, möchten wir uns auf das Thema Ca ( Krebs ) beschränken.
Schmerzen sind eines der schwerwiegendsten Symptome einer fortgeschrittenen Erkrankung, wie z.B. Krebs. Sie gehen mit einer Vielzahl stark die Lebensqualität einschränkenden Folgen für die einzelnen Patienten und deren Angehörigen einher. Unzureichend behandelte Schmerzen schließen eine gute Lebensqualität aus. Sie stellen im täglichen Leben eine Behinderung dar, beeinträchtigen die körperlichen Funktionen, soziale Kontakte und sind stark mit erhöhtem psychischem Stress verbunden. Dauerschmerz beeinträchtigt die Möglichkeit zu essen, zu schlafen, zu denken, zur Kontaktaufnahme mit anderen, und begünstigt „ Fatique „ bei Krebspatienten. Infolge der „ Tumorschmerzspirale „ kann der nicht adäquat behandelte Schmerz zu einer weiteren Schmerzzunahme, zur Zunahme der Depressivität, der Inaktivität und zum sozialen Rückzug der Betroffenen und ihrer Angehörigen führen.Mit einer effektiven Schmerztherapie kann dieser Teufelskreis durchbrochen werden. Das erfordert die Vernetzung aller, die an der Betreuung von Patienten mit fortgeschrittener Tumorerkrankung beteiligt sind. Im Zentrum der Bemühungen stehen der Patient und die Wiedererlangung seiner Lebensqualität.

Das Behandlungsziel

Nicht immer ist absolute Schmerzfreiheit das anzustrebende Behandlungsziel. Starke Nebenwirkungen beeinträchtigen die Lebensqualität mitunter erheblich. Im Gespräch mit dem Betroffenen und dessen Angehörigen können die individuellen Prioritäten eruiert werden. Inwieweit toleriert der Patient z.B. eine Sedierung bei Einnahme von starken Opioide oder ist dies sogar erwünscht?
Wird mit einer völligen Analgesie nicht auch die „ Warnfunktion „ des Schmerzes vor Überbelastung z.B. bei Gefahr von Spontanfunktionen bei Knochenmetastasen beseitigt?In der Kommunikation mit dem Patienten hat auch dieser die Möglichkeit, sich über seine Vorstellungen eines lebenswerten Lebens, seine Einstellung zu Leiden und Schmerzen klar zu werden und diese konkret zu äußern. Seine Wünsche und Vorstellungen sind immer maßgebend.
Erstes Behandlungsziel sollte immer Schmerzlinderung auf einem Niveau sein, welches dem Patient einen ungestörten Nachtschlaf ermöglicht, welcher wiederum zu verbesserter Schmerzlinderung und Lebensqualität führt. Als nächstes sollte dann Ruheschmerzfreiheit oder zumindest Linderung der Ruheschmerzen auf ein für den Patienten subjektiv erträgliches Niveau angestrebt werden.
Letztendlich ist bei der Festlegung des Behandlungszieles auch die Situation im häuslichen Umfeld mit einzubeziehen.
- Können Angehörige oder der Patient selbst spezielle Therapien durchführen oder überwachen?
- Steht qualifiziertes Pflegepersonal rund um die Uhr zur Verfügung?

Möglichkeiten der Schmerztherapie

Therapieform  Therapievarianten 
     
Medikamentöse Schmerztherapie  Nichtopioide 
  schwache Opioide 
  starke Opioide 
  Koanalgetika und Adjuvantien mit verschiedenen Applikationsmöglichkeiten ( oral, rektal, transdermal, subcutan, intramuskulär, intravenös, epidural u.a)  
Invasive und chirurgische Verfahren  Nervenblockaden 
  therapeutische Lokalanästhetika 
  Neurostimulation 
  Neurolysen 
  Neurochirugische Verfahren ( z.B. Chordotomie ) 
  Chirurgische Verfahren ( z.B. Frakturstabilisierung bei Knochenmetastasen ) 
Transkutane elektrische Nervenstimulation ( TENS )     
Palliative Strahlentherapie     
Palliative Chemotherapie     
Psychologische Verfahren, Psychotherapie      
Physiotherapie     
Naturheilverfahren, Akupunktur     

Auf Grund der Komplexität des Themas können hier leider bei weitem nicht alle Aspekte der Schmerztherapie behandelt werden. Wir stehen Ihnen gerne für eine weitergehende individuelle Beratung zur Verfügung.
Zusätzliche Informationen finden Sie auch auf unserer Webseite.
Das Thema ist Bestandteil der Examensarbeit für Palliative Care von A. Makosch.